...ist ja normal eher etwas fuer BWLer, Finanzbuchhalter und Kassierer, aber schadet sicher auch keinem anderen. Laut meinem handy ist heute der 1.September, Halbzeit also. Bin seit fast einem Monat hier in DSM und werde noch etwas mehr als einen Monat hier sein.
Einstieg....
..der gelang mir, erwartungsgemaess, besser als letztes Jahr. Wenn man weiss, was auf einen zukommt und sich dementsprechend vorbereitet, ist alles kein Problem. Mein Gastfamily hat mich wieder sehr herzlich aufgenommen und ich war fast sofort wieder fester Bestandteil der Familie, genau wie letztes Jahr. Das tut echt gut, besonders wenn man nach einem stressigen (weil wenig erfolgreichen) Tag nach hause kommt und einfach ausspannen kann. Ich werde echt sehr lieb umsorgt und habe ansosnten auch genug Freiraum um mich zurueckzuziehen; beides geniesse ich sehr
Sprache...
...ist immer noch Kiswahili, aber auch hier bin ich direkt wieder gut reingekommen. Klar, immer noch grosse Luecken und vieles verstehe ich immer noch nicht. Aber die Einstiegsfloskeln, das alltaegliche gespraech oder zu erklaeren was ich hier mache und warum - alles super. Mittlerweile versucht meine Famiy mir auch schon ein bisschen Kipare beizubringen, eine kleine Sprache, die hier in tansania auch von einigen gesprochen wird.
forschung...
...ging direkt gut los, auch aufgrund der beiden oben genannten Punkte. Meine Kontaktleute vonm letzten Jahr habe ich relativ problemlos erreicht und wurde auch hier super empfangen. Hab auch schon einige neue Infos sammeln koennen. Jetzt im Moment bin ich gerade in einer kleinen Luecke: Ich suche Leute, die die Sendung der Kirche regelmaessig schauen und mir entweder a) meinen tollen Kiswahili-Fragebogen ausfuellen (an dieser Stelle ein grosses Dankeschoen an meinen Gastbruder :-)) und/oder b) bei denen und mit denen ich die Sendung gemeinsam schauen kann. Die Idee dahinter ist herauszufinden, wie die Sendung hier geschaut und umgesetzt wird(Fachterminus: rezipiert). Sprich: Wer schaut alles mit, wer nicht? Wer macht was ( mitschreiben, mitbeten, mitjubeln,....) und mit welchen Intentionen bzw. aus welchem Grund.
Also noch mal eine Ecke spannender als letztes jahr, aber auch nicht so einfach, wie einfach bei der Produktion der Sendung mit dabei zu sein.
Krankheiten..
...blieben mir bisher, Gott sei Dank, erspart. da ich im Moment keine Malariaprophylaxe nehme (mein Verdauungssystem ist mir unendlich dankbar), hab ich immer Coratem griffbereit, ein super Antimalariamittel. Ansonsten heisst es: Genug einspruehen, abends moeglichst nicht den Moskitos aussetzen und das Moskitonetz zu schlafen an allen Stellen gut zu machen. Kleiner Nebeneffekt> Ich bin der Familie der Koenig der Moskito-Klatsche geworden. Das Ding sieht aus wie ein Tennisschlaeger und verteilt bei Kontakt fuer Moskitos toedliche Stromschlaege. Damit sitze ich dann abends im wohnzimmer und toete alle "Mbus". Bilanz: pro Abend zwischen 15 - 40 Moskitos, die den naechsten Morgen nicht erleben werden.
Spass..
...kann man hier auch ganz viel haben und auf verschiedenen Ebenen. Mein persoenliches Highlight ist der woechentliche Standbesuch auf Kigamboni, speziell Kipepeo Beach ( koennt ihr mal googeln, sieht echt nett aus dort, kann ich nur weiterempfehlen). Ansonsten trifft man oft nette Leute aus der Nachbarschaft und haut die neuesten Erkenntnisse im Bereich Jugendsprache raus, zur gegenseitigen Belustigung. Mit Humor muss man hier auch die Jungs nehmen, die mit aller Macht ihre neuesten Kunstwerke oder Safaris an den Mann bringen wollen. Die laufen einem teilweise einen ganzen Block lang nach und hauen alle Touri-begruessungen ("Hey, Jambo, Rafiki, Hakuna matata" --> kriegt man sonst normnalerweise nicht so oft zu hoeren) und Englischkenntnisse raus. Die meisten lassen sich aber ganz gut abschuetteln.
Nicht witzig finde ich bis heute das Verhalten der Leute hier im Bereich des oeffentlichen personennahverkehrs. Klar, die Busse sind klein und es gibt zu wenige. Aber der Bus hat noch nicht mal am Strassenrand gehalten, da gibt es schon ein Gedraenge und Handgemenge an der tuer. Effekt: Die Leute die rauswollen brauchen ewig, die die rein wollen auch und am SChluss passen doch alle mehr oder weniger rein. Nervig auch: Wer sitzt, der sitzt. wenn da nicht gerade eine sehr sehr alte oder verkrueppelte Frau kommt, steht keiner ohne Aufforderung auf. Find ich echt ne Unverschaemtheit. Vorallem weil Respekt vor Aelteren hier eigentlich sehr sehr gross geschrieben wird.
Fazit:
Soweit so gut, schauen wir mal, was morgen kommt :-)
Lieber GRuss aus Dar es Salaam
Euer JC