Samstag, 21. November 2009

Back home

Hi ihr Lieben

wie ihr sicher am abrupten Abstereben meiner Beiträge gemerkt habet: Ich bin wieder zuhause. Nach einer spannenden letzten Nacht in Nairobi brachen wir drei Gefährten dann früh zum Flughafen auf, um eventuelle Hindernisse zeittechnisch meistern zu können. Es leif aber alles glatt und so trennten sich dann an den Pforten des Flughafen unsere Wege: Axel düste weiter nach Kampala (Uganda), um noch ein bißchen zu arbeiten und Jörn und ich flogen erst nach Doha (Katar) und von dort weiter nach Frankfurt, wo wir dann am 30.ten morgens wohlbehalten ankamen. Aber: hier ist es so KALT. Nach drei Monaten mit konstant über 25 Grad kommen mir die hiesigen Temperaturentwicklungen doch schon recht eisig vor. Aber ich weiß: es wird noch kälter werden :-(. Naja.
Die Auswertung der Daten hat nun begonnen und diverse Berichte wollen geschrieben werden. Unter anderem haben einige von uns die Chance bekommen, für einen wissenschaftlichen Sammelband einen Beitrag zu schreiben und so schauen wir als Team voller Spannung auf die nächsten Monate der Nacharbeit.

Den Blog hier werde ich dann demnächst wieder umbenennen und wieder auf Deutschland-Modus umstellen, was hoffentlich auch weiterhin spannend bleiben wird.

Lieber Gruß und bis demnächst.

Euer JC

Montag, 2. November 2009

Back home again...

Hi ihr Lieben

nach einer spannenden Reise von Arusha per Hühner-auf-dem-Dach-Bus-über-Schotterpiste nach Nairobi und einer fast 20 Stunden dauernden Odyssee über 3 Flughäfen bin ich jetzt wieder in Mainz angekommen. Der Kulturschock ist natürlich eingetreten, aber das wird schon werden :-) Auf jeden Fall genieße ich mein neues Bad, heiße Duschen und schnelles Internet (das jetzt demnächst noch schneller werden wird :-)).
Diesen Blog hier werde ich auch bald namensmäßig wieder auf die alten Gleise umstellen, aber ich freue mich natürlich immer noch über eine interessierte Leserschaft. Auch ohne Live-aus-Afrika werden meine Einträge hoffentlich spannend bleiben.
Naja, however, ich bin jetzt wieder über Mail, Handy, Telefon, Facebook, Studivz und Post erreichbar.

Lieber Gruss und bis bald
Euer JC

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Kurze Zwischenmeldung

Hallo ihr Lieben

nur ganz kurz mal wieder, die Internetzeit laeuft gerade aus: Unsere drein-Mann-Herrentour befindet sich gerade in dem beschaulichen Ort Moshi am Fusse des Kilimandjaro: Angenehme Temperaturen, tolle Aussicht und schoene Wandermoeglichkeiten zeichenen dieses beschauliche Oertchen aus.ISt so ein bisschen wie im schweizer Wallis :-) Zudem konnten wir noch einem kanadischen Paerchen helfen, die grosse Probleme mit ihrem Safari-Anbieter hatten, es mangelt also auch nicht an guten Taten.
Morgen besteigen wir wieder den Bus und machen uns ins relativ nahe gelegene Arusha auf um dort die lokale Flora und Fauna zu bestaunen (afrikanischer Grabenbruch, Ngoro-ngoro-Krater etc.).
Bei Gelegenheit wieder mehr
Lieber Gruss
JC

Moshi - 20 Grad, Regen - die Frisur haelt, weil ich schon seit knapp zwei Wochen keine richtige Frisur mehr habe :-)

Dienstag, 13. Oktober 2009

The last days in Dusty City...

Heute haben wir es getan: Zu dritt sind wir wagemutig ins Dalla-Dalla gesprungen und haben unsere Tickets fuer den Trip nach Norden geholt. Nach erfolgreicher Abwehr der ganzen Pseudo-Verkaeufer und Hey-Mister-Rufer und einem echt angenehmen Verkaufsgespraech (wir konnten uns sogar die Sitze selbst ausnutzen) hielten wir dann endlich unsere Fahrausweise in der Hand. Umgerechnet etwa 12 Euro p.P. fuer den Trip nach Moshi in der First Class des besten Reisebus-Unternehmens im Land, Scandinavian Express. Freue mich echt schon auf den Trip und unsere 10-taegige Herrentour durch Nord-Tansania und Kenia, wird genial.
Bis dahin ist aber noch einiges zu tun: Die letzten Interview fuehren, Abschiedsgeschenke fuer die Gastfamilie besorgen, Praktikumsbestaetigung einholen (WO finde ich hier nochmal nen Drucker???) und ganz nebenher noch eine Film-Reportage ueber unsere TEam-Forschung hier in Dar auf die Beine stellen. Aber da Joern und ich das in Teamarbeit machen, kann das ja nur gut werden. Gestern haben wir meinen Einsatzort bei den Mikocheni B Assemblies of God und Tanja im Buero von "Miss Tanzania" besucht. Heute waren Axel (stilecht vor der oertlichen Handywerkstatt) und Joern (mit kleinem Gast-Sohn Stroem auf dem SChoss und laufender Glotze im Hintergrund)dran. Morgen gehts dann zu TBC ( dem ZDF von Tansania), wo wir Marie an ihrem Wirkungsort besuchen und evtl. noch zu einem Meeting der neuen Film-Federation, zusammen mit Claudia. Die anderen Tage sehen aehnlich aus. Samstag dann das abschliessende Foto-Shooting, Sonntag das letzte Mal Gottesdienst fuer mich, dann Tasche packen und Montag morgen um 7.30 Uhr heisst es dann "Hit the Road".

Mal schauen wie es dann im Norden mit Internet klappt. Falls gar nicht, dann schon mal praeventiv an dieser Stelle ein herzliches "Tutaonana" und bis die Tage.

Euer JC

Montag, 12. Oktober 2009

Der schwitzende Pastor - Filmdreh auf tanzanisch

Hi ihr Lieben

diesen Samstag war es endlich soweit. Mein Skript-Lernerei hatte ein Ende und aus Spass wurde Ernst: Ich wurde zum weissen Padre in der neuesten Filmproduktion von Game1st Quality Productions Ltd.
Freitag Abend erhielt ich die noetigen Utensilien (schwarzes Pastorenhemd mit diesem netten Weissen Rundkragen ("O-Ton: Jan, you've got a very thick neck.")und ein dickes Sacko aus Kashmir) und die Anweisung: " try to look old". Kein Problem, da die Hitze in der Nacht von Freitag auf Samstag so zuschlug, dass ich nicht auf meine gewohnten acht Stunden Schlaf kam.
Aufbruch war um 10 Uhr angesetzt(ok, so viel zum Thema "Steh freuh genug auf, wir wollen frueh starten"), wurde dann aber eher 10:45. Wir fuhren zum Hotel, in dem viele der Filmszenen abgefilmt wurden. Und dann hiess es erst mal warten. Meine Dozentin Claudia war auch mit von der Partie, daher konnten wir mal wieder ein bisschen Deutsch quatschen. Trotzdem war die Zeit von 11 bis 15 Uhr doch recht lange und als wir uns gerade dazu durchgerungen hatten, schnell einen Happen essen zu gehen hiess es " Jan, we are shooting in a few minutes. Eat fast". Also eher runterschligen als geniessen und wieder zurueck, umziehen. Hatte ich vorher noch gedacht, wir wurden dann endlich zur Kirche aufbrechen (die Aussenaufnahmen hatte ich schon am Vortag gesehen), wurde ich wieder eines Besseren belehrt: Wir drehen hier im Hotel. Dazu fuhren wir in den noch halbfertigen 6.ten Stock hoch (das Hotel wurde wohl gerade renoviert) und kamen in einen etwa 40 qm grossen Saal, der als "Kirche" hergerichtet worden war. Die Rigips-Waende samt Spachtelmasse und die herausragenden Elektrodraehte waren trotzdem zu sehen, aber das schien ausser mir keinen zu stoeren. Was aber fuer alle gleichermassen zur Qual wurde> Es gab keine Klimaanlage!!! Und das direkt unterm Dach, alle in Festmontur wie bei einer richtigen Hochzeit, grosse tehaterscheinwerfer fuer das Licht, alle Fenster zu wegen dem Laerm und dann 35 Grad im Schatten, bei schlechter Luft, weil Baustaub : einfach geil. Dementsprechend musste mir auch alle fuenf Minuten der Schweiss aus dem Gesicht gewischt werden und die beschlagene Brille war auch etwas hinderlich.
Anfangs erst einmal Trockenuebung, letzte Einweisungen vom Regisseur und dann gings los. Meinen Text hatte ich einigermassen parat und da ich ja eine Traupredigte simulieren sollte, durfte ich auch ablesen . Ich haette es aber auch so geschafft, worauf ich schon stolz bin, wenn ich bedenke, dass mein Monolog fast eine DIN A4 Seite auf Kiswahili war!
Das Auswendiglernen zahlte sich dann auch bei den unzaehligen Wiederholungen aus: Einmal wurde nur ich gefilmt im Close-Up, dann zusammen mit dem brautpaar, dann nur mit Braeutigam, nur mit Braut, die Eltern links, die Eltern rechts, von vorne , von hinten. Der Raum war zu klein, um beide Kameras aufzubauen, daher noch ein paar mehr Wiederholungen und dann natuerlich diverse Versprecher etc. Irgendwann um 17 Uhr dann die erste kurze pause fuer mich, die ich aber leider im Stehen zubringen musste. Ich schwarzen Anzug in den Baustaub setzen kommt nicht so gut ;-)
Richtig Ende war fuer mich dann um etwa 22 Uhr. Raus aus den verschwitzten dicken Klamotten und rein in Jeans und T-Shirt und erstmal ne Cola abpumpen :-) Danach wurde dann noch eine andere Szene gespielt, wo ich jedoch einfach nur zuschauen und die frische Luft (weil darussen) geniessen konnte.
Abends waren meine Koerperakkus dann so leer, dass ich nur noch ins Bett gefallen und auch trotz zureden der Koechin und der Gastmutter keine Nahrungsaufnahme moeglich war: der Nahrungstrakt hatte bei mir schon Feierabend gemacht. Und so schlief ich dann total erschoepft ein, das erste Mal, dass ich hier trotz Hitze sofort schlafen konnte.
An neachsten Tag meinte dann mein Regisseur und Gastvater: "This morning I watched the material from yesterday. You realy managed to look older than you are, well done." Ist wohl auch das erste Mal, dass ich dafuer gelobt wurde, fertig auszusehen. :-)

Mein Fazit: respekt, Respekt, Respekt. Das Filme drehen harte Arbeit ist, war mir klar. Koerperliche Anspannung und Vernachlaessigung der eigenen Beduerfnisse sind auch wichtige Eigenschaften. Richtig Krass war aber die volle Anspannung und Anwesenheit ueber mehrere Stunden hinweg, dauernd mitdenken ("wo hatte ich meine hand bei der ltzten Szene? War meine Bibel offen oder schon geschlossen?") und beim Stichwort "Action" bereit und voll konzentriert zu sein. Hut ab vor allen Schauspielern.

PS: Was ich vergass: Es gab natuerlich noch den obligatorischen Stromausfall, ein SCheinwerfer fiel um und musste schnell repariert werden, drei Stuehle brachen unter lautem Getoese unter den diversen Hochzeitsgaesten zusammen (selbstverstaendlich waehrend die Kamera lief und natuerlich immer genau dann, wenn gerade alles gespasst hatte) und meine Schulterverspannung vom langen Stehen spuere ich jetzt noch.

Lieber Gruss aus Dar es Salaam
Euer JC

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Leben und was so dazu gehoert...

Hallo zusammen

heute mal wieder Bildchen zum gucken. Sind eher in die
Fun-Kategorie einzuordnen, also einfach gucken und (mit-)geniessen.

Die ersten beiden zeigen meine Wenigkeit im "Hadees", einem indischen Fast-Food-Restaurant hier in der City. SChneller Service, leckeres Essen und unschlagbare Preise. Muesste mal mit dem Eigentuemer ueber ne Expansion nach Deutschland reden. Das Riesengeschoss in meiner Hand ist der sog. "Monumentalburger" und der kann groessentechnisch locker alles was McD oder auch mein deutscher Favorit BKing zu bieten haben in den Schatten stellen. Man beachte hierbei den fast ausgerenkten Unterkiefer. Das Ding ist groesser als der Trippel-Whopper beim King und hat neben zwei dicken Fleischscheiben auch Salat, Gurke, Tomate, Zwiebeln und Spiegelei zu bieten. Das Ganze wird von einem langen Zahnstocher zusammengehateln (absolut notwendig) und zusammen mit Pommes und Salat fuer umgerechnet etwa 2 Euro serviert, Absolutes Muss falls es euch mal hierher verschlaegt: Hadees, zwischen New Post und Askari-Statue.

Das dritte Bild zeigt den US-amerikanischen Praesidenten Barack Obama auf einem auesserst schicken Kanga. Das Bild hab ich deswegen ausgewaehlt, weil der Mann hier aeusserst populaer ist und sein Konterfei ueberall zu sehen ist: Auf Bussen, Frisoerlaeden, Plakaten, Stickern und eben auch auf den Kangas, den traditionellen Bekleidungstuechern. Und als ich diesen hier komplett mit US-Flaggen im Geschaeft liegen sah konnte ich einfach nicht wiederstehen. Ein echtes Kulturgut. :-)

PS: Aus Kangas koennen sich nicht nur Frauen schoene Kleider machen, sondern von kompetenten SChneidern lassen sich junge Ethnologie-Studenten auch gerne mal Hosen und Hemden mass-schneidern. Empfehlung samt Adresse gibt es bei Joern Ratering ;-)

PPS: George W. Bush habe ich hier auch schon in Kleidform rum laufen sehen, aber nicht mehr als kaeuflich erwerbbaren Kanga. Schade ;-)

Montag, 5. Oktober 2009

Tick tack tick tack

Hi ihr Lieben

die meisten von euch kennen das: Erst scheint man ewig Zeit zu haben und man fragt sich, ob man wirklich sooo lange fuer den ganzen Kram brauchen wird. Aber dann kommt dieser gewisse Punkt, an dem die Sanduhr irgendwie nen Riss kriegt und alles Ruck-Zuck geht.
Diesen Punkt habe ich diesen Sonntag ueberschritten. Nachdem mir in den vergangenen WOchen immer wieder Termine abgesagt, neue abgemacht und wieder abegsagt wurden, hatte ich kuerzlich eine recht ergiebige Zeit und am Samstag endlich das lang ersehnte Interview mit der Leiterin der Kirche, ueber die ich hier meine Forschung betreibe. War recht effektiv, aber ich werde mich nochmal mit ihr treffen muessen, um die Luecken zu fuellen.
Nun soll morgen mein Besuch bei ATN (Agape Televison Network) steigen, einem der beiden bereits existierenden, christlichen TV-Sender. Hoffentlich wird der Termin nicht wieder verschoben :-)
All dies schwirrte gestern in meinem Kopf rum, als ich wieder brav im 8000-Leute-Gottesdienst sass, als mir schlagartig bewusst wurde: Es ist ja schon Anfang Oktober! Mein Hals wurde etwas trocken und meine innere Liste fuer "Infos-die-dir-noch-fehlen" ging auf. Aber dank mitgebrachtem Wasser und ein bisschen Luft holen ging die kleine Panik-attacke schnell vorbei und das Bewusstsein stellte sich ein: Jetzt hast du die richtige Motivation! :-) Ich gehoere namlich zu der Spezies, die nur mit einem ausreichenden Mass an Druck richtig arbeiten kann. Meine gesamte Hausarbeits-Karriere an der Uni spricht Baende davon ;-)

Die letzte Phase hat also angefangen und ich bin gespannt, was sich noch alles realisieren leasst und was nicht.
GEplant sind also noch ein zweites Interview mit der Hauptpastorin, ein weiteres mit dem Leiter des Video-Teams (wenn der Mann von seiner China-Reise zurueck ist), der Besuch bei ATN und ein Interview mit dem dortigen Leiter, sowie noch meine kleine Nebenrolle im neuen Film meines Gastvaters (mein Part in den Dreharbeiten beginnt wohl uebermorgen). Ich suche auch immer noch Interviewpartner aus der Mega-Church, die keine leitende Funktion haben, ausreichend englisch sprechen und bereit sind, ueber ihre Eindruecke von der aktuellen Sendung der Kirche zu sprechen. Damit haette ich dann auch den Bereich Rezeption abgedeckt. :-)

Also noch ein Haufen Arbeit, aber wie gesagt: Die Motivation stimmt.

Lieber Gruss
Euer JC

Mungu akepende kriege ich das alles noch erfolgreich hin