Freitag, 29. Oktober 2010

Tansanische Mitbringsel :-)

Natürlich bringt man der Family und guten Freunden was vom Urlaub mit. Kleinigkeiten wie Schlüsselanhänger oder auch mal ein Kanga sind eigentlich fast überall in TZ zu kriegen und beliebt als kleine Give-aways.
Meine Wenigkeit hat aber beschlossen auch sich selbst was mitzubringen. Und zwar ein Grippe. Eine von der hartnäckigen Sorte. An einem der letzten Tage in TZ hatte es mich schon mal hart aufs Bett geworfen, aber dank Paracethamol war ich schnell wieder auf dem Damm, nämlich am Folgetag. Dann kam die Heimreise, Flug, Klimaanlagen, Tausende von Transitpassagieren etc. kurz, nach weniger als einer Woche daheim lag ich wieder flach und diesmal richtig gut. Zwar hab ich nur ein paar Tage gelegen, aber der Schnupfen und der kaputte Hals sind immer noch da (nun bin ich ja schon drei Wochen wieder hier). Mal schauen, wie lang mir mein eigenes Mitbringsel noch anhängen wird. :-)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Ein Rückblick von jemand anderem....

Hallo ihr Lieben

nun bin ich schon ein paar Tage wieder in Deutschland und erschreckt, wie schnell man sich wieder in der "alten Welt" eingelebt hat. So gut, dass man erstmal alles hinter sich lässt und sein Leben hier wieder voll aufnimmt. Noch dazu kam dann eine nette GRippe, die mich immer noch im Griff hat. Daher sei meine längere Abwesenheit hier wohl verziehen.

Auf jeden Fall kam in der vorletzten Woche im Guardian (einer der großen Tageszeitungen in Dar es Salaam) ein Artikel über unser Forschungstrio raus, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Wie immer bei solchen Artikeln drehen die Journalisten ein bißchen an dem, was man eigentlich gesagt hat. Aber trotzdem ist er ganz lesenswert und schön.

Quasi der Rückblick einer Fremden auf unsere/meine Zeit in Tansania. Viel Spaß beim Lesen

http://www.ippmedia.com/frontend/index.php?l=21850

Euer JC

Montag, 27. September 2010

The Last Days...

Ja, jetzt braucht man nicht mal mehr ganz zwei Haende, bis mein Kommilitone Joern und ich wieder mal gemeinsam ein Flugzeug besteigen und zurueck nach Hause fliegen. Und ganz ehrlich: Es wird Zeit! Die Hitze nimmt jeden Tag zu (Meine Gastmama meinte: "Komm Du mal im Dezember, dann lernst mal echte Hitze kennen" :-)), manche kulturellen Unterschiede gehen einem immer mehr auf die Nerven, gestern lief eine Ratte quer durch unser Wohnzimmer (die Viecher machen mir echt Angst) und heute spinnt mein Koerper irgendwie total, fuehlt sich wie Grippe an. Hoffentlich ist es das auch und nicht mehr. Meine Forschungsaufgaben habe ich so langsam abgehakt. Einige Sachen fehlen noch, aber das wird noch. Man merkt einfach, dass es Zeit wird, die Zelte abzubrechen und heimzufliegen. Gefuehlsmaessig ist das irgendwo zwischen "Erleichterung-endlich-wieder-nach-Hause", "Oh-Mann-hab-ich-wirklich-schon-alles-geschafft-oder-fehlt-noch-was?" und "Schade-dieses-und-jenes-wird-mir-total-fehlen" (z.B. frische Fruechte zum Spottpreis zu jeder Tages- und Nachtzeit).
Was mir mittlerweile wirklich auf den Zeiger geht, weil es dieses Jahr oft vorgekommen ist, sind Leute, die sich von mir wer-weiss-was an Unterstuetzung, Geld, Jobvermittlung, Heiratsvermittlung oder Geschenke erhoffen. . Besonders in "meiner" Kirche, wo dann oft noch die "aber-du-musst-mir-doch-helfen-wir-sind-doch-alle-Christen"-Masche dazukommt. Das setzt einem auf die Dauer echt zu, zumal dieser umgekehrte Rassismus (Weiss= Geld, Boss, Jobvermittler, Spender) beinhaltet, dass ich ganz oft Leute enttaeuschen muss ("Ich bin doch nur ein Student!" "Nein, ich hab keine hohe Position in einer Firma, die dringend noch Leute sucht" " Sorry, mit Chormusik kann man in Europa echt kein Geld machen" etc.) und total abgenervt nach Hause komme. Gott sei Dank gibt es aber hier dafuer auch viel mehr Leute, die einfach nur nen kurzen Plausch machen wollen oder sich total freuen, dass ein Deutscher Swahili kann.
Am besten komme ich meistens mit denen klar, die ueber die Grundschule hinausgekommen sind, einen ungefaehren Begriff von Wirtschaft haben und vielleicht sogar schon mal aus Tansania rausgekommen sind und sei es nur nach Kenia oder Suedafrika. Das sind meistens die besten Gepsraechspartner und einige mittlerweile auch sehr gute Freunde, die sich auf einen weiteren Besuch freuen.

Also, summa-summa-rum: Bald sitz wieder im Flieger und hab ein lachendes und ein weinenendes Auge. Wie immer, karibu Tanzania.

Bis Dann
Euer JC

Dienstag, 14. September 2010

Tage wie diese...

koennte ich oefters gebrauchen. :-) Heute lief echt alles traumhaft: Keine Absagen, keine unnoetigen Telefonate, kein sinnloses-zwei-Stunden-Stau-stehen-und-alles-fuer-die-Katz. Heute war echt ein Sahne-Tag.
Denn: Seit letztem Jahr hab ich immer wieder versucht irgendwie Kontakt zu den beiden grossen Pfingst-TV-Sendern hier zu kriegen, aber es schien wie vernagelt. Mein bester Kontaktmann hat alles gegeben, aber irgendwie kam nie was dabei herum. Alle anderen schienen keine Kontakte zu den beiden Sendern (TREnet und AgapeTV) zu haben, schier zum durchdrehen. Bei meinem jetztigen Forschungsaufenthalt hab ich nochmal nen halbherzigen Versuch gestartet, mein Forschungsfeld in diese Richtung auszudehnen, aber wieder schien es nicht zu klappen.
Dann fragte mich gestern ein TV-Producer der Mikocheni B Assemblies of God(die Kirche auf der mein Forschungsschwerpunkt liegt), ob ich ihm nicht bei einem ganz anderen Projekt helfen koennte. Er will eine kleine Doku ueber verschiedene Leute und ihre Alltagsprobleme hier in Dar es Salaam produzieren um sie in seinem Sender auszustrahlen (kein Kirchensender, ein kleiner Pay-TV-Spartenkanal). Ich, in meinem jugendlichen Leichtsinn, "Klar, warum nicht?". Wir setzten usn also zusammen und sprachen ueber meine Alltagsprobleme hier und wie man das visuell verarbeiten koennten (Stau, Terminabsagen, sinnlose Telefonate, grauenhafte Transportmittel...etc.) und kamen darauf, dass ich ja am besten Als "Forscher bei der Arbeit" darzustellen sein, sprich Pfingstkirch abklappern. Ich: Leider hab ich immer wieder versucht da rein zu kommen, keiner konnte mir helfen. Er: Kein Thema. Zueckt sein Handy und keine 5 Minuten spaeter haben wir nen Gespraechstermin mit dem Hauptkameramann von TREnet. Seh geil, denn um ueberhaupt auf das gelaende zu kommen, muss man am Tor schon jemanden als Kontaktperson angeben koennen. Lange Rede, kurzer Sinn: Den Kameramann haben wir (noch) nicht getroffen und ich wurde einem intensiven Kreuzverhoer ueber die Absichten meiner Forschung unterzogen, ABER ich habe die Handynummer vom Chef des Senders und werde sie auch nutzen um einen Interviewtermin zu kriegen.

Dann, wir sind gerade bei den Dreharbeiten fuer den oben erwaehnten Beitrag, klingelt mein Handy. Mein Kontaktmann ist dran, er hat jemanden beim anderen Kirchensender fuer mich klargemacht..YESSS! Wahrscheinlich naechste Woche wird sich dann daraus auch ein verwertbares Treffen machen lassen.

Ja, Tage wie diesen koennte ich echt oefter gebrauchen. "Tunamshukuru Mungu", sagen die Leute hier in so nem Fall: Wir danken Gott.

ich halt euch weiter auf dem Laufenden, soweit mal
Liebe Gruesse aus Dar es Salaam
Euer JC

Mittwoch, 1. September 2010

Zwischenbilanz...

...ist ja normal eher etwas fuer BWLer, Finanzbuchhalter und Kassierer, aber schadet sicher auch keinem anderen. Laut meinem handy ist heute der 1.September, Halbzeit also. Bin seit fast einem Monat hier in DSM und werde noch etwas mehr als einen Monat hier sein.

Einstieg....
..der gelang mir, erwartungsgemaess, besser als letztes Jahr. Wenn man weiss, was auf einen zukommt und sich dementsprechend vorbereitet, ist alles kein Problem. Mein Gastfamily hat mich wieder sehr herzlich aufgenommen und ich war fast sofort wieder fester Bestandteil der Familie, genau wie letztes Jahr. Das tut echt gut, besonders wenn man nach einem stressigen (weil wenig erfolgreichen) Tag nach hause kommt und einfach ausspannen kann. Ich werde echt sehr lieb umsorgt und habe ansosnten auch genug Freiraum um mich zurueckzuziehen; beides geniesse ich sehr

Sprache...
...ist immer noch Kiswahili, aber auch hier bin ich direkt wieder gut reingekommen. Klar, immer noch grosse Luecken und vieles verstehe ich immer noch nicht. Aber die Einstiegsfloskeln, das alltaegliche gespraech oder zu erklaeren was ich hier mache und warum - alles super. Mittlerweile versucht meine Famiy mir auch schon ein bisschen Kipare beizubringen, eine kleine Sprache, die hier in tansania auch von einigen gesprochen wird.

forschung...
...ging direkt gut los, auch aufgrund der beiden oben genannten Punkte. Meine Kontaktleute vonm letzten Jahr habe ich relativ problemlos erreicht und wurde auch hier super empfangen. Hab auch schon einige neue Infos sammeln koennen. Jetzt im Moment bin ich gerade in einer kleinen Luecke: Ich suche Leute, die die Sendung der Kirche regelmaessig schauen und mir entweder a) meinen tollen Kiswahili-Fragebogen ausfuellen (an dieser Stelle ein grosses Dankeschoen an meinen Gastbruder :-)) und/oder b) bei denen und mit denen ich die Sendung gemeinsam schauen kann. Die Idee dahinter ist herauszufinden, wie die Sendung hier geschaut und umgesetzt wird(Fachterminus: rezipiert). Sprich: Wer schaut alles mit, wer nicht? Wer macht was ( mitschreiben, mitbeten, mitjubeln,....) und mit welchen Intentionen bzw. aus welchem Grund.
Also noch mal eine Ecke spannender als letztes jahr, aber auch nicht so einfach, wie einfach bei der Produktion der Sendung mit dabei zu sein.

Krankheiten..
...blieben mir bisher, Gott sei Dank, erspart. da ich im Moment keine Malariaprophylaxe nehme (mein Verdauungssystem ist mir unendlich dankbar), hab ich immer Coratem griffbereit, ein super Antimalariamittel. Ansonsten heisst es: Genug einspruehen, abends moeglichst nicht den Moskitos aussetzen und das Moskitonetz zu schlafen an allen Stellen gut zu machen. Kleiner Nebeneffekt> Ich bin der Familie der Koenig der Moskito-Klatsche geworden. Das Ding sieht aus wie ein Tennisschlaeger und verteilt bei Kontakt fuer Moskitos toedliche Stromschlaege. Damit sitze ich dann abends im wohnzimmer und toete alle "Mbus". Bilanz: pro Abend zwischen 15 - 40 Moskitos, die den naechsten Morgen nicht erleben werden.

Spass..
...kann man hier auch ganz viel haben und auf verschiedenen Ebenen. Mein persoenliches Highlight ist der woechentliche Standbesuch auf Kigamboni, speziell Kipepeo Beach ( koennt ihr mal googeln, sieht echt nett aus dort, kann ich nur weiterempfehlen). Ansonsten trifft man oft nette Leute aus der Nachbarschaft und haut die neuesten Erkenntnisse im Bereich Jugendsprache raus, zur gegenseitigen Belustigung. Mit Humor muss man hier auch die Jungs nehmen, die mit aller Macht ihre neuesten Kunstwerke oder Safaris an den Mann bringen wollen. Die laufen einem teilweise einen ganzen Block lang nach und hauen alle Touri-begruessungen ("Hey, Jambo, Rafiki, Hakuna matata" --> kriegt man sonst normnalerweise nicht so oft zu hoeren) und Englischkenntnisse raus. Die meisten lassen sich aber ganz gut abschuetteln.
Nicht witzig finde ich bis heute das Verhalten der Leute hier im Bereich des oeffentlichen personennahverkehrs. Klar, die Busse sind klein und es gibt zu wenige. Aber der Bus hat noch nicht mal am Strassenrand gehalten, da gibt es schon ein Gedraenge und Handgemenge an der tuer. Effekt: Die Leute die rauswollen brauchen ewig, die die rein wollen auch und am SChluss passen doch alle mehr oder weniger rein. Nervig auch: Wer sitzt, der sitzt. wenn da nicht gerade eine sehr sehr alte oder verkrueppelte Frau kommt, steht keiner ohne Aufforderung auf. Find ich echt ne Unverschaemtheit. Vorallem weil Respekt vor Aelteren hier eigentlich sehr sehr gross geschrieben wird.



Fazit:
Soweit so gut, schauen wir mal, was morgen kommt :-)


Lieber GRuss aus Dar es Salaam
Euer JC

Dienstag, 31. August 2010

Rain down in Africa...

...ist das nicht von Toto? Naja, egal. Auf jeden Fall sind wir Menschen schon ne eigenartige Spezies. Besonders wenn Regen faellt. Das war hier in Dar die letzten Wochen nicht der Fall, also dachte ich oft: Ah, jetzt so ein kleiner Schauer und der Staub wird mal wieder weggewaschen und alles wird etwas schoener und und und, also wartete ich sehnsuechtig auf den Regen. Heute, beim Fruehstueck, gehts draussen los: Eine nette kleine Schauerwolke bricht mal so richtig aus und zeigt was sie drauf hat. Haelt zwar nur fuer ne Viertelstunde an, aber das langt um meinen Gastbruder zu der Aussage zu bringen: Geh heute lieber nicht raus, bleib drin. :-)
Ok, Regen vorbei, ich trolle mich und die ersten zwei Minuten ist es auch echt noch nett und die Strasse vor unserem Haus staubt nicht ganz so arg wie sonst. Aber schon an der Hauptstrasse angekommen denke ich: So ein Mist, waere es doch bloss trocken geblieben: Die Busse jagen durch grosse Pfuetzen am Strassenrand, die SChuhe werden richtig dreckig und der SChweiss bricht aus allen Poren. Noch besser wirds dann im Dalla-Dalla. Endlich drin, Sitzplatz (juhuuu!) aber dann Stau in die Innenstadt (Neinnnn!) und 10 Minuten geht erstmal nix mehr. Im Dalla wirds immer heisser (die Sonne knallt schoen aufs Dach) und durch die tolle Luftfeuchtigkeit kenn ich nur noch einen Gedanken: Ich brauch schnell ein Schweisstuch und: Warum wollte ich eigentlich Regen haben? Trockene Hitze ist vieeeeel besser. :-)

Fazit fuer heute Morgen: Egal wie das Wetter ist, der Mensch findet immer was zu meckern (und wenn es nur in Gedanken ist :-)).

Post-Fazit: Aber hier laecheln die Leute wenigstens immer noch. So ein bisschen SChweiss, da gibts hier echt andere Probleme

Lieber Gruss
Euer JC

Dienstag, 24. August 2010

Teamwork und Dalla-Dallas

Eigentlich wollte ich euch heute von einem Erlebnis in dem hiesigen Transport des oeffentlichen Personennahverkehrs berichten. Rechtzeitig sah ich aber, dass mein genialer Teamkollege und Mitforscher Joern Ratering bereits auf einem anderen Blog eine sehr gute Zusammenfassung und BEschreibung des Themas verfasst hat, daher einfach kurz auf den folgenden Link gehen. Ich kann jedes seiner Worte nur unterschreiben. Und Leute: Wer denkt ne zeitlang mit gebeugtem Oberkoerper Bus zu fahren waere ja nicht so schlimm und wir sollten mal nicht so rumheulen, der ist herzlich nach Dar es Salaam und zu einem kleinen Selbstversuch eingeladen. Nun aber der Link:

http://trippelschritte.blogspot.com/2010/08/meine-dalla-dalla-forschung.html

In diesem Sinne: Frohe Lektuere und bis zum naechsten Mal. Dann berichte ich wieder selbst, versprochen.

Euer JC

PS: Joern, ich hoffe diese Verlinkung ist in deinem Sinne, ich gehe aber mal davon aus ;-)