Montag, 27. September 2010

The Last Days...

Ja, jetzt braucht man nicht mal mehr ganz zwei Haende, bis mein Kommilitone Joern und ich wieder mal gemeinsam ein Flugzeug besteigen und zurueck nach Hause fliegen. Und ganz ehrlich: Es wird Zeit! Die Hitze nimmt jeden Tag zu (Meine Gastmama meinte: "Komm Du mal im Dezember, dann lernst mal echte Hitze kennen" :-)), manche kulturellen Unterschiede gehen einem immer mehr auf die Nerven, gestern lief eine Ratte quer durch unser Wohnzimmer (die Viecher machen mir echt Angst) und heute spinnt mein Koerper irgendwie total, fuehlt sich wie Grippe an. Hoffentlich ist es das auch und nicht mehr. Meine Forschungsaufgaben habe ich so langsam abgehakt. Einige Sachen fehlen noch, aber das wird noch. Man merkt einfach, dass es Zeit wird, die Zelte abzubrechen und heimzufliegen. Gefuehlsmaessig ist das irgendwo zwischen "Erleichterung-endlich-wieder-nach-Hause", "Oh-Mann-hab-ich-wirklich-schon-alles-geschafft-oder-fehlt-noch-was?" und "Schade-dieses-und-jenes-wird-mir-total-fehlen" (z.B. frische Fruechte zum Spottpreis zu jeder Tages- und Nachtzeit).
Was mir mittlerweile wirklich auf den Zeiger geht, weil es dieses Jahr oft vorgekommen ist, sind Leute, die sich von mir wer-weiss-was an Unterstuetzung, Geld, Jobvermittlung, Heiratsvermittlung oder Geschenke erhoffen. . Besonders in "meiner" Kirche, wo dann oft noch die "aber-du-musst-mir-doch-helfen-wir-sind-doch-alle-Christen"-Masche dazukommt. Das setzt einem auf die Dauer echt zu, zumal dieser umgekehrte Rassismus (Weiss= Geld, Boss, Jobvermittler, Spender) beinhaltet, dass ich ganz oft Leute enttaeuschen muss ("Ich bin doch nur ein Student!" "Nein, ich hab keine hohe Position in einer Firma, die dringend noch Leute sucht" " Sorry, mit Chormusik kann man in Europa echt kein Geld machen" etc.) und total abgenervt nach Hause komme. Gott sei Dank gibt es aber hier dafuer auch viel mehr Leute, die einfach nur nen kurzen Plausch machen wollen oder sich total freuen, dass ein Deutscher Swahili kann.
Am besten komme ich meistens mit denen klar, die ueber die Grundschule hinausgekommen sind, einen ungefaehren Begriff von Wirtschaft haben und vielleicht sogar schon mal aus Tansania rausgekommen sind und sei es nur nach Kenia oder Suedafrika. Das sind meistens die besten Gepsraechspartner und einige mittlerweile auch sehr gute Freunde, die sich auf einen weiteren Besuch freuen.

Also, summa-summa-rum: Bald sitz wieder im Flieger und hab ein lachendes und ein weinenendes Auge. Wie immer, karibu Tanzania.

Bis Dann
Euer JC